Es hätte nicht viel gefehlt und mein Spring hätte das neue Jahr nicht erlebt.
Zwischen den Jahren war es mal knackig kalt, mit ordentlich Nachtfrost. Am Mittag des 30.12. musste ich eine Besorgung am anderen Ende der Stadt machen. Die Wintersonne schien angenehm warm und hatte den Reif schon längst weggebrannt. Das Thermometer im Display zeigte 2° plus an und der Spring war gemütlich vorklimatisiert. Die Fahrt verlief unspektakulär und ich hatte bereits einige Ampelkreuzungen mit Anhalten und Weiterfahren passiert. Im Verlauf der Strecke ging es erneut auf eine Ampel zu. Die Straße davor war zwar feucht, aber griffig. Der Ampelbereich selbst lag im Schatten zweier Gebäude (Bild) und hier begann das Problem. Der vor den Häusern liegende Teil der Straße hatte den ganzen Tag noch keinen einzigen Sonnenstrahl gesehen.
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Ich hatte bereits vor der Ampel den Fuß früh vom "Gas" genommen und verlangsamt, musste dann aber noch mit der Bremse nachhelfen. Passiert ist - nichts. Das ABS hat zwar gerattert, aber der Spring ist weitergeschlittert wie ein nasses Stück Seife auf Badezimmerfliesen. Ich hätte noch auf die Gegenspur ausweichen können, die zum Glück frei war, aber schlussendlich hat's doch noch gereicht.
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Das Gemeine: die Glätte im Gebäudeschatten war einfach nicht zu erkennen. Ich bin mit solchen Situationen durchaus vertraut und ich habe die bisher mit anderen Fahrzeugen immer beherrscht. Hier beim Spring verlief das aber völlig anders.
Wir haben das sicher alle schon erlebt: Beim Ampelstart versägst du jeden Ferrari neben dir - wenn die Straße trocken ist. Leichter Nieselregen und der Spring dreht mit den Antriebsrädern durch. Warum? Weil er vorne zu leicht ist. Beim Kwid war da ein schwerer Verbrennermotor mit Getriebe, hier wurde er durch einen leichten Elektromotor ersetzt. Dem Spring fehlen locker 50kg unter der Haube.
Was beim Ampelstart nur ärgerlich ist, wird bei Glatteis zur Gefahr - gerade die Bremsen vorne sind besonders wichtig und ohne Gewicht auf der Vorderachse nutzt das beste ABS nichts.
BMW-Fahrer haben das Problem, dass sie im Winter keinen Hang hoch kommen. Klar, kräftiger Motor vorne, Antrieb hinten - da ist das Durchdrehen vorprogrammiert. Die BMW-Fahrer helfen sich damit, dass sie im Winter einen Sack Zement im Kofferraum spazieren fahren.
Ich werde wohl den Frunk rauswerfen und durch zwei Hohlblocksteine ersetzen, um heil durch den Restwinter zu kommen.